Zahnen bei Kindern und Babys
Erstellungsdatum: 12.03.2026 17:57
Letztes Aktualisierungsdatum: 12.03.2026 17:57
Von Geburt an beginnen alle Gewebe eines Babys zu wachsen, auch die Zähne. Der Zahnungsprozess beginnt mit dem Durchbruch der Milchzähne, die ihre Entwicklung im Zahnfleisch abgeschlossen haben. Dies geschieht üblicherweise zwischen dem 4. und 7. Lebensmonat. Zuerst brechen die unteren Schneidezähne durch, gefolgt von den oberen. Bis zum dritten Lebensjahr sind alle 20 Milchzähne vollständig durchgebrochen. Das Zahnen ist eine der stressigsten Zeiten für Eltern, da viele Symptome und Beschwerden auftreten können. Obwohl die Symptome des Zahnens von Baby zu Baby variieren, handelt es sich bei den folgenden Situationen im Allgemeinen um physiologische Erfahrungen, die sowohl für das zahnende Baby als auch für die Mutter gelten.
InhaltsverzeichnisDie Zahnungsphase bei Babys ist eine Zeit, die Mütter mit großer Neugier ve Aufregung verfolgen. Auch wenn diese Phase für die Eltern spannend ist, sind die Babys in dieser Zeit oft alles andere als ruhig. Hier sind die wichtigsten Anzeichen, mit denen Babys ihren Müttern signalisieren, dass ein neuer Zahn kommt:
- Allgemeine Unruhe, Reizbarkeit und häufige Weinkrämpfe
- Erhöhter Speichelfluss; dadurch bedingt auch postnasaler Tropf und Husten
- Rötungen, Ausschlag, Hautirritationen und Trockenheit um den Mund herum durch den Speichel
- Das Bedürfnis, Hände, Finger und besonders harte Gegenstände in den Mund zu stecken
- Sinken der Immunabwehr und häufigeres Kränkeln
- Verweigerung des Schlafes und häufiges Aufwachen
- Nahrungsverweigerung und Appetitlosigkeit
- Zahnfleischhämatome (bläuliche Verfärbung oder leichte Blutung am Zahnfleisch)
- Ziehen am Ohr und Kratzen an der Wange
- Zahnfleischentzündungen und Schmerzen; der durchbrechende Zahn kann das Gewebe reizen
Phasen des Zahndurchbruchs
Die Zeitpunkte des Zahndurchbruchs können von Baby zu Baby variieren. Obwohl die ersten Zähne meist zwischen dem 4. und 7. Monat erscheinen, ist dies individuell verschieden. Faktoren wie die Persönlichkeit des Babys, familiäre Veranlagung, Genetik und Ernährungsgewohnheiten spielen eine Rolle dabei, ob die Zähne früher oder später kommen. Im Durchschnitt sieht der Prozess wie folgt aus:
- Obere und untere Schneidezähne: Erscheinen mit 6–12 Monaten, fallen mit 7–8 Jahren aus.
- Obere und untere Eckzähne: Erscheinen mit 18–24 Monaten, fallen mit 10–11 Jahren aus.
- Obere und untere erste Milchmahlzähne: Erscheinen mit 12–18 Monaten, fallen mit 9–10 Jahren aus.
- Obere und untere zweite Milchmahlzähne: Erscheinen mit 24–30 Monaten, fallen mit etwa 11 Jahren aus.
- Bleibende erste Mahlzähne: Erscheinen im Alter von 6 Jahren und sind die ersten bleibenden Zähne im Mund.
Beruhigende Empfehlungen für die Zahnungszeit
Es gibt viele Methoden, um dem Baby diese Phase zu erleichtern. Neben viel Zuneigung und Kuscheln durch die Mutter haben sich folgende Anwendungen bewährt:
- Das Massieren des Zahnfleisches mit einer kalten, sauberen Mullkompresse lindert Ödeme und Rötungen.
- Beißringe und Babyzahnbürsten helfen beim Massieren. Achten Sie darauf, dass diese Produkte BPA-frei sind.
- Gekühltes oder gefrorenes Obst und Gemüse in speziellen Fruchtsaugern anbieten. Dies kühlt und liefert gleichzeitig Vitamine.
- Gefrorene Muttermilch in geeigneten Formen ist eine der gesündesten Kühlmethoden.
- Babys über 6 Monaten kann kontrolliert kühles Wasser zur Erfrischung gegeben werden.
Wissenswertes zum Stillen während des Zahnens
Wenn Babys mit ihren ersten spitzen Zähnchen zubeißen, kann dies zu empfindlichen Brustwarzen oder sogar zu Entzündungen (Mastitis) bei der Mutter führen. Trotz dieser Herausforderung sollte das Stillen nicht abgebrochen werden. Babys suchen in dieser Zeit oft verstärkt die Brust zur Beruhigung, während andere aufgrund der Schmerzen das Saugen verweigern.
Mögliche Maßnahmen für Mütter:
- Pflegecremes für die Brustwarzen zwischen den Stillmahlzeiten verwenden.
- Dem Baby vor dem Stillen einen Beißring zur Kühlung geben.
- Die Dämme des Babys vor dem Stillen mit kalten Fingern sanft massieren.
- Verwendung von Brusthütchen aus Silikon als Schutz.
- Silberhütchen oder Silikon-Brustschalen nach dem Stillen tragen.
- Wechseln der Stillpositionen oder Füttern von abgepumpter Muttermilch mit der Flasche.
Dürfen Babys während des Zahnens Medikamente einnehmen?
Auch wenn diese Phase schwierig ist, bleibt sie vorübergehend. Bei starken Beschwerden können Kinderärzte oder Kinderzahnärzte spezielle Zahnungsgele empfehlen. Wichtig ist, dass diese kein Benzocain oder Lidocain enthalten, da diese Wirkstoffe schwere Nebenwirkungen haben können. Meist werden pflanzliche Gele sowie Paracetamol (bis 6 Monate) oder Ibuprofen (ab 6 Monaten) in Absprache mit dem Arzt empfohlen.
Hängt hohes Fieber mit dem Zahnen zusammen?
Es ist ein weit verbreiteter Glaube, dass Zahnen hohes Fieber verursacht. Wissenschaftlich gibt es hierfür jedoch keinen direkten Beleg. Vielmehr sinkt während des Zahnens die Immunabwehr, und da Babys alles in den Mund stecken, steigt das Risiko für Infektionen. Diese Infektionen verursachen dann das Fieber. Auch Symptome wie Durchfall, Erbrechen oder starker Schnupfen sind eher auf Begleitinfektionen als auf den Zahndurchbruch selbst zurückzuführen.
Zahngesundheit bei Babys und Kindern
Die American Academy of Pediatric Dentistry (AAPD) und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfehlen den ersten Zahnarztbesuch zwischen dem 6. und 12. Lebensmonat. Frühzeitige Besuche sind entscheidend für die gesunde Entwicklung und die Gewöhnung an die Mundpflege.
Auch wenn noch keine Zahnbürste benutzt wird, sollten die ersten Milchzähne mit einer sauberen Mullkompresse abgewischt werden. Ab dem 1. Lebensjahr sollte eine weiche Babyzahnbürste und ab dem 2. Lebensjahr eine geeignete Zahnpasta verwendet werden. Ergänzend bieten Kinderzahnärzte präventive Behandlungen an:
- Fluoridierung: Anwendung von Fluoridgel zur Stärkung des Zahnschmelzes.
- Fissurenversiegelung: Schutz der Backenzähne vor Karies durch Kunststoffversiegelung der Vertiefungen.
- Platzhalter: Wenn Milchzähne vorzeitig verloren gehen, um den Platz für die bleibenden Zähne freizuhalten.
Für alle Fragen rund um die Zahnungsphase und regelmäßige Kontrolluntersuchungen steht Ihnen unser Team bei Istinye Dental gerne zur Verfügung. Vereinbaren Sie noch heute einen Termin für die Zahngesundheit Ihres Kindes.